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Hartmann von Aue als Lyriker : eine literarhistorische Untersuchung
Entstehung
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dasz er ihr noch einmal wie früher nahe stellen werde, 1 ) aber sielöst die gegenseitigen beziehnngen. bei der inneren teilnahmedes dicbters an diesem (wirklichen) minnedienst betrübt ihn daszuerst natürlich sehr, die ersten stroplien nach dem ereignis ver-raten deutlich eine weiche, wehmütige Stimmung: resigniertwünscht er derdame alles gute und entsagt jedem rachegedanken.die schuld nimmt er auf sieh.

Der Schilderung dieses seines Unglücks sind eine reiheStrophen gewidmet, einige des III (207, 11), alle des I. tones.aber man sieht, wie allmählich für den dichter dasselbe anbcdeutung verliert, wie der schmerz verschwindet und nurkünstlich festgehalten wird, die gedichte unmittelbar nachder aufkündigung (sie sind im III. ton verfaszt) sind wesent-lich einfacher und natürlicher ausdruck seiner schmerzlichengedanken ohne viel rhetorische zutat und langweilige reflexion.diese beiden elemente haben wir aber wieder in den darauf-folgenden liedern gleiches inhalts (ton I): ermüdendes aus-spinnen des gedankens, dasz sein ivandel an dem ganzenungliick schuld sei und wieder ein spielen mit Worten, 2 ) wasschon früher als ein so bezeichnendes Symptom des Verfallserkannt wurde:

Sil sinne machent sceldehaften manund unsin stcete scelde nie getvan,ob ich mit sinnen niht gedienen kan,'da bin ich alters eine schuldic an. 3 )

Eine einfache erwälinung seines liebesleides im vereinmit der erwähnung des todes seines herrn schlieszt diesenabsehnitt seines lebens und seiner dichtung und weist zugleich,eben durch das letztere faktum, nach der zweiten periode impoetischen schaffen Hartmanns hinüber. 4 )

So ist der dichter zum zweiten mal dem frauendienst undseiner poesie gegenüber auf einen negativen Standpunkt ge-kommen. zweimal hat er beiden sein vollstes interesse ent-gegengebracht. das erste mal als ganz junger, im höfischenleben ganz unerfahrener knappe aus enthusiasmus für dieSache, nicht aus neigung zu einer dame; das zweite mal alsälterer jüngling und ritter vor allen einer geliebten herrin zu

*) 208, 20. 2 ) dies auch schon 207, 35. 3 ) 205, 15.

4 ) 206, 10.