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Hartmann von Aue als Lyriker : eine literarhistorische Untersuchung
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ihr Gott immer lohnen möge 1 . 1 ) der ausdruck besagt nichtbesonders viel: sie wird nicht gerade ,nein gesagt haben odersie bat geschwiegen. Hartmann betrachtet sie jedoch als seinedame, dient ihr um so eifriger, als er wohl nun eben rittergeworden sein mag, und ist sehr glücklich freilich nichtallzulange, schon die andeutungen der etwas nüchterner ge-haltenen Klage zeigen, dasz das Verhältnis kein dauerndesbleiben sollte, die dame nahm an irgend welchen eigenschaftenHartmanns anstosz (er spricht von dem wandel seines muoles,aber auch des libes /), 2 ) sie deutet ihm an, er möchte sichnicht weiter bemühen, 3 ) zuletzt wendet sie sich völlig ab. 4 )

Das inuszte natürlich Hartmann bedeutend abkühlen undin der tat sehen wir das aus den nun folgenden gedichten:dieselben werden von jetzt ab wieder kälter und geschraubter,dies ist schon bei der Klage der fall,- die mit ihrem lehrhaftenton und den breiten reflexionen über minneangelegenheitentieferer empfindung entbehrt, wenn sie auch aufrichtig gemeintist. die mit der Klage wohl ungefähr gleichzeitigen gedichtedes II. tones sind wieder mehr konventionell gehalten, dasvon den rittern vielbeklagte warten auf erhörung wird hierin wenig charakteristischer, jedoch ernster weise geschildert.

Es vollzieht sich so eine zweite abkelir vom minnedienstund minnesang. die gereiftere kunst des dichters und diegröszere teilnahme an beiden im anfang bewirken, dasz dieselbesich langsamer abspielt, wie energisch sie aber ist, das zeigtdie gerade in diesem höchst charakteristischen moment wiederauftreteude Opposition gegen die forderungen des minnedienstes:das versprechen, der dame immer zu leben, wird vom dichterzurückgeuommen. 5 ) freilich folgt alsbald wieder die palinodie,doch entspringt sie nicht mehr dem lebendigen geflihl, wiejenes freudige si mas von kinde unde muoz sin min kröne, son-dern mehr einem pflichtbewusztsein, mehr dem versprechender treue, was er der dame gegeben bat: ,wer so liebt, daszer seine geliebte verläszt, der ist ein ungetreuer man 1 . 6 )

Die Ungnade der dame zeigt sich immer deutlicher undstellt das Verhältnis in frage. Hartmann hofft zwar noch,

J ) 215, 28. 2 ) 205, 12. 3 ) II. Kl. 16. 4 ) 206, 16. 5 ) 207, 11.

°) 208, 32.