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Hartmann von Aue als Lyriker : eine literarhistorische Untersuchung
Entstehung
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gewisse Opposition, die sich zuletzt zu einer besonderen, reak-tionären riclitung ausbildet (Nitbart), andererseits eine Ver-tiefung und Umbildung der fremden Stoffe, deutscher Inhaltwird in die fremden formen hineingegossen und dafür sindWalther in der lyrik, Wolfram im epos marksteine. mit ihnenist die höfische poesie in das alter ihrer höchsten blute undkraft getreten.

Zwischen diesen beiden, so bestimmten punkten, bewegt siehHartmanns dichterische tätigkeit. er greift aber nur als epikermächtig in die bewegung der zeit hinein, hier bildet er dasnotwendige mittelglied zwischen Veldeke und Wolfram (sowieGottfried), auf der einen seite bei Veldeke eine äuszerlicheart der erzählung-, auf der andern bei Wolfram eine psycho-logisch fein angelegte, die entwickelung eines Charakterszeigende diclitung: mitten zwischen beiden Hartmann, derähnlich seinem meister den stoff noch nicht so zu beherrschenund einem gedanken unterzuordnen vermag, wie Wolfram, derjedoch schon auf diesen seinen nachfolger hinweist, indem er,bereits in seinem Artusroman, bemüht ist, zu motivieren undzu vertiefen. 1 ) namentlich verdient sein armer Heinrich indieser bezielmng das höchste lob. man begreift darum diehochachtung Wolframs und Gottfrieds für Hartmann: sie stehenbeide auf seinen schultern.

In der lyrik nimmt unser dichter eine mehr untergeordneteStellung ein; hier war Reinmar ihm überlegen, aber entbehrenauch seine lieder einer weitergehenden bedeutung für die ent-wickelung des minnesanges, so sind sie doch ungemein wert-voll für die auffassung der Persönlichkeit Hartmanns.

Hartmann ist in seiner Jugend in einer klosterschule ge-wesen ; daran ist wohl nicht zu zweifeln, dieser aufenthalt hatfür seine gesamte geistige entwickelung die gröszte bedeutunggehabt, von natur ist er keineswegs leidenschaftlich und leichterregbar, wie Walther oder ein feuriger und kühner geist, wieWolfram, sinnig und ernster als viele, vielleicht die meistenseiner genossen ist er dem schmerz wohl zugänglich; seinheiteres und liebenswürdiges wesen nimmt alle ein. aber seineverständige und ruhige art hält ihn ebenso sehr von leiden-

) vgl. Lippold, quelle des Gregorius s. 37 ff., s. 50.