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mit denen sicli die fantasie der poeten zu beschäftigen hatte,waren nicht mehr die alten, nicht mehr der natürliche, ein-fache aber ergreifende ausdrnck der freude und des Schmerzes,nicht mehr die gewaltigen und mit höchster meisterschaftentwickelten Charaktere der alten sage: von dem bedeutsameniuhalt des lebens, war der Schwerpunkt hinweg auf die äuszerehülle desselben gelegt, die dichtung dient in jenen kreisen,welche der zeit ihr gepräge aufdrücken, nur zur Verherrlichungdes ritterlichen lebens. die beiden hauptpflichten desselben,oder besser die conventionellen formen, in welchen es sichbewegte, frauendienst und abenteuer werden nunmehr auchmittelpunkt, ja inlialt des gesamten poetischen strebens. siefinden ihren typischen ausdrnck eben im minnelied und roman.
Es ist eine selbstlose, man möchte sagen kindliche be-wunderung und anstaunen des glanzes romanischer zustande,welche das ideal des ritterlichen lebens zu verwirklichenschienen, es ist nicht eigene dichterische Unfähigkeit, welchedem konventionellen, entgegen dem Charakter des deutschendichtere, unbeschränkten eingang und bürgerrecbt gestattete,und diese grenzenlose bewunderung, sowie dies unbedingteherübernehmen der fremden dichtung war wieder nur ausdem gründe möglich, weil die ritterlichen ideen schneller auf-genommen und in die praxis umgesetzt worden waren, alsdasz die deutsche, originelle poesie in entwicklung unfl Ver-breitung damit gleichen schritt hätte halten können; dasrittertum brauchte aber einen adäquaten ausdruck der ihmeigentümlichen gedankeu. man fand ihn bei den romanenfertig vor und übernahm ihn nicht blosz im inhalt, sondernauch in der form, bis zur silbenzählung. Veldeke, Hausenund Fenis sind die hauptvertreter dieser richtung.
Auf die dauer war es dem deutschen nicht möglich ,seingemütsleben so ganz hinter dem konventionellen zurücktretenzu lassen, der Standpunkt der ersten zeit mit seinem tiber-mäszigen enthusiasmus für das fremde muszte, wie das immereintritt, gemildert werden, jene beiden seiten der modernen,höfischen poesie 1 die ausländische manier und die deutscheindividualität muszten sich allmählich in gegensatz stellen,der ein aufgeben der ersteren oder ein gegenseitiges durch-dringen forderte, so beginnt denn auf der einen seite eine