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die lebendigkeit des ganzen widerspricht dem, was wir sonstvon Hartmann erwarten.
Indes läszt diese kritik dem dichter doch nicht volle ge-rechtigkeit widerfahren, man darf nicht seine lieder übereinen leisten schlagen, sondern man musz fragen: wie verhältsich ein lied zu denen, unter welche es der zeit nach gestelltwerden mtiszte? — nach seinen auftaktverhältnissen würdedas vorliegende lied zwischen XIV (MF. 217, 14 ff.) und X (MF.214, 12 ff.) fallen, man wird nun zugestehen, dasz eigentlichauch diese beiden gcdichte in ihrem warmen, ansprechendenton sich wesentlich aus der zahl der übrigen herausheben:sie und der von uns dazugestellte ton XI (MF. 215, 14 ff.)sind unter den liedern minniglichen inhalts das beste, wasIlartmann hervorgebracht hat, während die übrigen durchSpielereien oder fortwährende reftexion abstoszen. der grunddieser erscheinung ist ohne zweifei der, dasz sich gerade diesedrei töne auf ein nicht blosz fingiertes, sondern nachweisbaresminneverhältnis beziehen, au dem Hartmann sicherlich vonherzen teilnahm. 1 ) wie ton XI das erhören seitens der dameschildert, so die beiden vorhergehenden die Sehnsucht nachder geliebten, bei der er nicht länger hat verweilen können,es ist gewis nicht zufällig, dasz ton X und XIV beide dietrenuung von der bzw. dem geliebten zum gegenständ haben, dieSituation des letzteren wird vom dichter nur fingiert sein undbenutzt, um seine empfindungen dabei zum ausdruck zu bringen,auch ton VIII“ schildert eine trenuung, nur dasz dieselbe hiereine folge der treulosigkeit des geliebten ist. warum sollteaber Ilartmann nicht auch diese form, um sich auszusprechen,verwendet haben ? aber wenn nun also auch ton XIV und Xden andern gegenüber eine gesteigerte empfindung verraten,so ist schwer zu sagen, ob Hartmann sich nicht durch irgendeinen äuszeren anlasz wirklich einmal zu einer so leidenschaft-lichen ausdrucksweise hat hinreiszen lassen, wie wir sie inton VIII a finden, der zwischen X und XIV steht, es ist dassehr wohl denkbar.
Auffällig ist freilich 213, 22 und es ist richtig, dasz dieseslied den frauenstrophen des altheimischen minnesangs rechtnahe stehe (Burdach s. 53). jedoch — wie Burdach ebenfalls
*) vgl. IVestphal, Catulls gedickte 1867 s. 45/46.