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Hartmann von Aue als Lyriker : eine literarhistorische Untersuchung
Entstehung
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stehenden Werkes ist, sich in demselben in weit höheremgrade wiederholt hätte, als sonst seine gewohnheit ist.

2. dasz Hartmann bei diesen Wiederholungen eine ihmsonst fremde tendenz zeigen würde.

3. dasz das büchlein an das ende seiner sämtlichenwerke gehören miiszte, aber aus der entwicklungskette völligherausfällt, da von dem armen Heinrich bis zu ihm einegrosze kluft konstatiert worden ist.

Die unechtheit ist damit wohl schon erwiesen, dochkommt zu diesen drei gründen noch hinzu:

4. fällt das büchlein überhaupt ans ende der werke desAuers, so kann derselbe aus inneren und formellen gründennicht der autor sein.

Bedenkt man, dasz Hartmann sich in seinen liedern zu-nächst vom minnedienst losgesagt, dann im Gregor ebensoenergisch von weltlichen stoffen überhaupt abschied genom-men hat, und, wie die nunmehr festgestellte Chronologie zeigt,in dieser ablehnenden Stellung auch verblieben ist, so wirdwohl niemand behaupten, er habe als verheirateter mann, amende seines lebens noch ein minneverhältnis angekniipft undals abschlusz seiner poetischen tätigkeit einen liebesbrief vonsolchem Charakter und solchem inhalt verfaszt. 1 ) das ist einephsycliologische Unmöglichkeit bei einem so ruhigen und kon-sequenten Charakter wie Hartmann.

Ferner ist der dichter des Gregor, bes. des armen Hein-rich, wie wir gesehen haben, ein gereifterer mann, der dichterdes btichleins, was er selbst verrät (597 ff.), ein junger, unge-duldiger und ungestümer menscb, der noch mitten im minne-dienst befangen ist mit seinen anschauungen, wünschen undbestrebungen, was er in einer für den feinfühlenden und zart-empfindenden Hartmann viel zu rücksichtslosen weise zuni aus-druck bringt, kann der ungeheure gegensatz im wesen beiderdichter besser dargelegt werden als durch einen vergleich vonGregor 22212224 und büchlein 6678 ? Hartmann preistals das beste leben, was gott dem menschen gegeben hat,

) über Hartmanns Stellung zur minne Beeil III, s. XI. anm.; vf. desbiiclil. II, llfi.