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Hartmann von Aue als Lyriker : eine literarhistorische Untersuchung
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zu erhalten, zur erklärung der zusammenfügung sagt Wil-manns 1 ): iu dem Charakter der Waltherischen dichtung alsgesellschaftspoesie liege die einheit; von der behandlung derminne gehe er zur betrachtung seiner lebensstellung über,damit ist indessen nichts gesagt, die Strophen sollen wohl nurden gegensatz der guten zeit höfischen minnedienstes und dernüchternen gegenwart darstellen, ein auch sonst bei Waltherbeliebtes thema. allemal die I. Strophe führt in die alte zeitzurück und zeigt einen ritter oder eine dame mit herzens-angelegenheiten beschäftigt, die II. führt in die gegenwart,und zwar scheint 119, 35 einer dame in den mund gelegt zusein, gleichsam eine antwort auf 119, 17, nur vom Standpunktder Jetztzeit aus; dafür spricht wenigstens der allgemeine Cha-rakter der Strophe, dem entsprechend singt 120, 7 ein ritter,unter dem sich Walther verbergen mag (vgl. 120, 12). es sindalso zwei Wechsel, nur dasz die auftretenden personen ver-schiedenen Zeiten angehören, beide Wechsel erhalten ihre höhereVerbindung durch den angeführten grundgedanken. da dieselbeaber nicht so deutlich vorliegt, vereinigte sie der dichter durchkörner und verhinderte so ein zerfallen des ganzeu.

Zu den oben angeführten kriterien können wir demnachdas vierte stellen: niehrstropldgkeit ist auch da anzunehmen,wo sich ein klarer, ungezwungener gedankenfortschrittergiebt.

Zeigen die hss. abweichende Strophenordnung, so ist dasin den meisten fällen ein Zeichen, dasz die einzelnen Strophenselbständig sind: sie wurden aufgezeichnet, wann sie ein lieder-sammler gerade kennen lernte, nicht nach ihrer historischenfolge, diese erklärung scheint mir wenigstens wahrscheinlicher,als die Pauls. Im folgenden wird nun nach diesen griuid-sätzen verfahren werden, wodurch sich freilich die zahl dereinstrophigen gedickte sehr bedeutend vermehren wird.

Gleich die Strophen des I. toncs sind einzeln zu belassen,nur MF. 205, 1 und 10 stehen iu B C hinter einander. B hatüberhaupt nur diese zwei, C giebt an dritter stelle 20(3, 10(schon bei Haupt einzelstrophe), dann IV. 206, 1 und V. 205,19,diese aber versprengt nach ton III. also schon die Überlieferungbezeugt die Selbständigkeit.

*) Waith. 2 s. 397.