und ich mag es jetzt nicht mehr bedenken, wie etwas Kost-bares es umS menschliche Leben ist! Mit Sonnenaufgangwar ich wieder auf der Wanderung; aber nun, nachdemClara dahin, waren meine Bedenklichkeiten verschwun-den, und ich lebte wieder im Krieg mit denen, die besser
waren als ich. Ich brachte es endlich in O-dahin,
daß man mich an Bord eines nach Livorno segelndenSchiffes nahm, und verdiente meine Ueberfahrt mit Ar-beit ab. Von Livorno ging ich nach Rom und stellte michvor das Thor von des CardlnalS Palast. Er kam heraus,sein vergoldeter Wagen stand vor dem Thore.
„Ho! Vater!" sagte ich; „kennt 2hr mich nicht!"
„Wer sepd Ihr?"
„Euer Sohn," flüsterte ich.
Der Cardinal trat zurück, sah mich ernsthaft an,und besann sich einen Augenblick. „Alle Menschen findmeine Kinder," sagte er dann sehr mild. „Hier ist Goldfür Dich, dem der einmal bettelt, gebührt ein Almosen;dem der zweimal bettelt, steht der Kerker offen. MerkeDir de» Wink und belästige mich nicht mehr. Der Him-mel segne Dich!" damit stieg er in seine Kutsche und fuhrnach dem Vatikan. Seine Börse, die er mir zurückge-lassen, war gut versehen. Ich war dankbar und zufrie-den, und schlug den Weg nach Terracina ein. Zch wan-delte noch nicht lange in den Sümpfen, als ich zweiReiter in kurzem Galopp sich mir nähern sah.
„Ihr scheint arm, mein Freund!" sagte Einer vonihnen, indem er Halt machte; „aber Ihr seyd kräftig."