41
Sie klatschte in die Hände; ein junger Pageerschien. Sie warf sich auf ihren Stuhl und weintebitterlich.
Der Page trat naher; Liebe war seinem Mit-leid beigemischt.
„Was weint Ihr, edle Frau?" fragte er. „Kanu
Euch Euer Diener.Diener! — ach Ihr habt in
seinem Herzen gelesen.Euer AnbetcrKonrad
in irgend Etwas behilflich sein?"
Otto war den ganzen Tag allein umher ge-wandert; seine Dienflmanncn hatten bemerkt, daßseine Stirn dusterer als gewöhnlich schien, denn inder Regel pflegte er zu verbergen, was immer inseinem Innern nagen mochte. Mit einigen derVertrautesten unter den Dienern hatte er sich uu-tcrredet und die Unterredung hatte die Wolken aufseinem Antliz noch verdichtet. In der Dämmerungkehrte er zuriik. Die Griechin beehrte die Abend-tafel nicht mit ihrer Gegenwart. Sie befand sichuuwol und wollte nicht gestört sein. Der fröhlicheTempler war die Seele des Gelags.
„Du trägst heut eine triide Stirn herum, Otto,"sprach er; „traun, Du hast sie in der liebensteincrLuft gekriegt."
»Es liegt mir was auf dem Herzen," eutgeg-nete Otto mit erzwungenem Lächeln, „das ich Dei-ner Frenudesbrnst gern mittheilcn möchte. DieNacht ist hell und der Mond steht am Himmel: ge«hen wir allein in den Garten hinunter."