Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
39
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zu verbergen. Otto allein schien von dergleichenGerüchten nichts zn erfahren, und hatte er auch an-gcfangcn seine junge Gemalin zn vernachlässigen,so ward doch sei» vertrautes Verhältnis- mit demTempler nicht kälter.

Es war Mittag und die Griechin saß in ihremKloset allein mit dem ihr von der öffentlichen Stimmezngetheilten Geliebten. Die üppigen Düfte desMorgenlandes gesellten sich dem Blnmenhanch bei,und verschiedene bis jezt in diesen nordischen Ge-genden nnbekant gewesene Gegenstände des Wol-lcdens gaben dem Gemach einen weichen, weibischenAnsdruk.

»Ich sag Dir," sprach die Griechin bulend,daßer anfängt Verdacht zn fassen; daß ich bemerkthabe, wie er Dich beobachtete und unterm Beobachtenmurmelte und mit dem Heft seines Dolchs spielte.Besser wir fliehen eh es zu spät ist, denn seineNache würde fürchterlich fein, wär sie einmal gegenuns aufgeregt. Ach warum verließ ich je mein süssesLand nm dieser Barbarenufer willen! Dort wirddie Liebe nicht als etwas Ewiges, die Unbeständig-keit als kein todeswürdigcs Verbrechen angesehen."

Still, Kleine," entgegncte der Templer theil-nahmlos.Du kennst die Geseze unserer einfältigenRitterschaft nicht. Denkst Du ich könne aus demSchloß eines Ritters fliehen wie ein Dieb in derNacht? Wahrhaftig, solche Schmach würde selbstdas rothe Kreuz nicht dekcn! Besorgst Du Dein