Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
27
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Traurigkeit verdüstert; er sprach seltener als zuvor,und obwol er noch eben so oft und eben so freund-lich lächelte, war das Lächeln doch gedankenvollergeworden und aus der Freundlichkeit die Leiden-schaft entwichen. Offenbar hatte er eine Liebe über-wältigt, der sich so früh Hindernisse in den Weg gestellt,aber nicht die Treue des Andenkens gebrochen, die ihmHildegard thenrer machte als alle andre Menschen,und ihm verbot an die Stelle der Bilder, die er inseine Seele gegraben, etwas Anderes zu sezen.

Der Waise Lippen bebten unter dem NamenOtto, aber eine gewisse Erinnerung erdrükte ihrerangstvollen Zärtlichkeit das Wort auf dem Mund.Walter eilte ihren Fragen zuvor.

Otto," sprach er, »befände sich wol und hieltesich zu Kvnstantinopel auf. Er hätte dort so langverweilt, daß der Kreuzzng ohne seine Hilfe beendetworden, zweiselohne würd' er jezt schnell heimkehren;ein Monat, eine Woche, ja der nächste Tag könneihn an ihre Seite znrüksühreu."

Hildegard fühlte sich höchlich getröstet, aber etwasschien gleichmol noch im Hintergrund zu liegen.Warum hatte er, der so gedürstet nach dem Kampfums heilige Grab, so lang in Konstantinvpel ge-zögert? Sie wunderte sich, ließ sich in Vcrmu-thungen ein, «berste wagte nicht weitcrnachznfragen.

Der cdelmüthige Walter verhehlte ihr, daßOtto ein Leben der rüksichtlosesten und «nissigstenZerstreuung führte, seinen Reichthum in den Vcr-