Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
21
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St

auf. Er sang von Liebe, und Otto, seine unruhigenTräume vergessend, näherte sich Hildegard und warfsich zu ihren Fußen. Lauter und lauter tönte so-fort die Saite: der Sänger sang von Krieg; erschilderte die Thaten der Kreuzfahrer; er senkte sichins dichteste Gewühl der Schlacht; das Roß wieherte,die Trompete tönte; es war gls höre man dasKlirren des Stahls. Als er aber an die Namens-bezeichnung der kühnsten Ritter gelangte, tönte hochunter den edelsten der Name Walters von Lieben-stein. Dreimal babe er das kaiserliche Banner ge-rettet; zwei Pferde wären unter ihm getödtet wordenund er habe ihre Leiber mit den Tapfersten unterden Feinden bedekt. Sanft im Zelt und schreklichim Gefecht sei Walter, und eber werde der Sängerseine Kunst vergessen, als der Rhein seinen Helden.

Der alte Ritter fuhr von seinem Siz auf.Hildegard faste des Sängers Hand.Sprecht; Ihrhabt ihn gesehen, er lebt, ist geehrt?"

Ich selbst komme gerad von Palästina, tapfererHerr und edles Fräulein. Ich sah den tapfer» Rittervon Liebeustein zur Rechten des kaiserlichen Konrad.Und er, Fräulein, war der einzige Ritter aufwelchendie Bewunderung ohne ihress Schatten, den Neid,stralte.Wer also" (fuhr der Sänger, noch einmalin die Harfe greifend, fort) Wer möchte rühmloszurükbleiben in der Halle? Werden ihn nicht dieBanner seiner Väter vorwurfvoll anwchen? wird