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„Grosmnthiger, grosmüthigcr Walter!« rief Ottound warf sich an des Bruders Hals.
„Doch Das darf nicht sein; Du hast ältereAnsprüche, — ich trete Ae Dir ab. Vergib meineHeftigkeit, Bruder, vergib mir.«
„Gedenke des Vergangenen nicht mehr,« er-wiederte Walter. „Daß Hildegard Dich liebt würdegröseren Anstoß entschuldigen, als Du mir gegeben;und nnn sei freundlich gegen sie; ihr Gemüth istsanft und ticffnhlcnd. Ich kenne sie genau, dennich habe die leiseste Regung ihres Wesens beobachtet.Du bist heftig und leicht zum Zorn gereizt ; bedenkedaß wo die Liebe ticfist, ein Wort verlezt. Meinet-willen nicht minder, ass ihretwillen laß Dir Hilde-gards Wol thenrer sein, als Dein eigenes; eilejezt zu ihr — sie harrt von Deinen Lippen Wortezu hören, die von den ineinigen nur kalt erklangen.«
Damit verließ er den Bruder, begab sich nocheinmal in die Burg und in die Halle seiner Väter.Der alte Ritter schlief noch immer; Walter legtedie Hand auf sein graues Haupt und segnete ihn;dann schlich er in sein Gemach hinauf, legte Helmund Rüstung an, ksistc dreimal das Heft seinesSchwertes und sprach mit rothangeflogener Wange:
„Fortan sei Du meine Braut!«
Hierauf trat er aus dem Schloß, stieg auf de»einsamsten Pfaden den Felsen hinab, gewann denRhein, rief einen der zahlreichen Fischer am Fluß,ließ sich auf das jenseitige Ufer sezen, und eilte