Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
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in nnserm Gasthof wach ist. Sprich mir nicht vonWagnissen, von Politik, von Jntriken; meine Na-tur bat siel» umgcändert. Sv lebcvoll und glän-zend Dein Schreiben mar, legte ich es doch mitkrankem, abstrebenden Herzen weg. Jezt aber binich etwas, minder niedergeschlagen. Gertrud befin-det sich besser wirklich besser; ein hiesiger Arztgibt mir Hoffnung; ich laß es meine Sorge sein,daß sie beständig unterhalten und nie ermüdet wird;daß ihre Gedanken nie auf ihr selbst verweilen.Denn ich habe mir in den Kopf gesezt, Krankheitkönne sich, wenigstens in der unerschöpften Kraftunserer Jahre, nicht unheilbar bei uns cinnistcn,wenn wir sie nicht durch unfern eigenen Glaubenan sihr Dasein nähren. Menschen vom zartestenKörperbau sieht man in der regsten Bcrufthätig-keit; sie haben im wörtlichen Sinn nickt Zeit zumKranksein. Nimm ihnen ihre Beschäftigung,laß sie um sich selbst besorgt werden an ihre Ge-sundheit denken und sie sterben! Der Rost tristden Stahl welchen der Gebrauch frisch erhält. Und,dank Gott, obwol Gertrud einmal während unsererReise durch eine einfältige, unentschuldbare Gemüths-bcwegnng von meiner Seite einigen Verdacht überihren Zustand zu schöpfen schien, so ging Das dochbald vorüber; denn selten denkt sie an sich selbst;ich bin beständig in ihren Gedanken und fehle seltenans ihrer Seite; zudem weist Du wie Kranke ihrer Art überhaupt immer voll guter Hoffnung sind!-