Druckschrift 
2 (1834)
Entstehung
Seite
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Gefährtin geschöpft: Gertrud hatte um Vieles kräfti-ger geschienen, weil die Freude ihr eine falscheKräftigung geliehen; und waren auch Augenblikcgewesen, wo ihm beim Gewahrwcrden des hektische»Fnrbenwechsels auf ihrer Wange und des erschlafternSchrittes und kurzen Odems die Hoffnung plözlichsank, so hatte er doch bis zu dem jezigeu Momentdie Rettnnglosigkeit der Angst, die gräsliche Ge-wisheit des Aergsten nicht empfunden, welche nunmehrLas stille schöne Antliz vor ihm in seine Seelewarf. Dieser Todesqual des Hinstarrenden geselltesich die ganze Leidenschaft der glühendsten Liebe bei.Denn hier lag sie in seinen Armen, den sanftenOdem von Lippen aufhancheud, ans welchen dieRose noch weilte, während das lange, üppigeHaar, weich nnd seiden wie dasjenige eines Kinds,sich aus seinem Verschluß hervorstahl. Alles inGertruds Schönheit war unaussprechlich zart, reinund jugendlich. Kaum siebzehn, erschien sie nochunter ihrem wirklichen Alter; ihre Gestalt' hattezwar an Fülle verloren, aber wie leicht, wie lieblichwaren noch stets ihre Trümmer! der schneeweißeNaken die schöne kleine Hand! Kaum fühlte derLiebende, daß er ein Gewicht in den Armen halte,;und er welch ein Gegensaz! stand in derstolzesten Blute voller Männlichkeit! Seine Stirnwar hoch, sein Haar kraus, sein Aug majestätisch, seineFormen nervig, und auf dieses schwache, hinfälligeWesen hatte er sein ganzes Herz, alle Hoffnungen