82
gefährliche Rivalin werden. „Aber ist die Greifinhübsch?" fragte sic.
„Sehr hübsch!" rief die Elster; „ach hättetJbr den Vater gesehen! welch ein Mnnd, welcheAngen, welche Farbe! nnd er erklärte sie sei seinEbenbild! Aber was sagen Sie, Herr Reineke?Sie, der so viel in der grosen Welt gewesen, habendie jnnge Dame vielleicht gesehen?"
„Wirklich, ich kann Das nicht sagen," erwiederteder Fachs ans einer Tränmerei erwachend. „Abersie muß ausnehmend reich sein. Ich wette dieserNarr, der Hund, macht sich an sic."
„Apropos! welchen Rnmor Der gestern vorIhrer Thüre verführte!" rief die Elster.. „Warumlicffen Sie ihn nicht ein, meine Liebe?"
„Ach," bemerkte die Kaze sittig: „Herr Rein-eke sagt mir es sei ein Hund von sehr übelm Rns,ein reiner Glnksritter, der überdies einen, höchstgefährlichen Hang zum Beiffen unter einem Scheinvon Gntmüthigkeit verberge. Ich hoffe er machtIhnen keine Ungelegenheiten, lieber Reineke?"
„Mir? o der arme Teufel; nein! — vielleichtdaß er ein wenig poltert, aber er weiß, daß ichwenn ich einmal zornig bin, beiffe wie ein Satan.Doch man muß sich selbst nicht loben."
Gegen Abend verspürte Reineke ein starkes Ver-langen den Greif seine Pfeife rauchen zu sehen;aber waö konnte er khun? Unter dem Lanm gegen-