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„Dem Streben geht immer auf Handlung,"entgegncte Gertrud. „Du räumst der Einsamkeit kei-nen Reiz ein und stille Betrachtung dünkt Dir eineQual. Kommt je ein groser Schmerz über Dich,so wirst Du als Balsam auf denselben nie die Abge-schiedenheit suchen. Du wirst Dich in die Welt stür-zen und im allgemeinen Lebensstrom ein VergessenDeines persönlichen Daseins trinken."
„Ah sprich nicht von Schmerz!" rief Trevylyanheftig ; — „laß uns in die Kirche treten."
Nachher begaben sie sich zu dem berühmten Dom,einem der edelsten Denkmale unter den Triumphen,welche deutsche Baukunst errungen hat. Gleichwolistderselbe für Den der die Poesie des Herzens sucht,noch bemerkenswerther als für den Altcrthnmsfor-scher, denn hier crblikt man hinter dem Hochaltardas Grab der drei Könige, welche die Sage vor un-serem Heiland sich demnthvoll uiederwerfen last.Die Legende weiß tausend Geschichten von den hei-ligen Ueberresten. Die drei Könige von Köln sindschüzende Namen für jenen beseligenden Aberglauben,der oft mehr Anhänger zält, als die Religion derer entsprungen ist, selbst. Für Gertrud reichte dieeinfache Erzälung von Lucilien hin, ihr für de» Au-genblik die Wundcrkraft des Ortes als wirklich er-scheinen zu lassen. Hinter dem Grab warfen dreigothische Fenster ihr frommes Dämmerlicht ans dengewürfelten Boden und den jonischen Pfeilern ent-lang. Einige jener Gläubigen, die von'der Echtheit