Druckschrift 
1 (1834)
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

189

gross Zwek des Lebens? Ich zweifle ob wir nichthöher steigen, ob wir nicht mit einem grosen Lehrerder Moral sagen sollen:wenn die Tilgend nichtum ihrer selbst willen hochzuacssten ist? so könnenwir darin, daß man sie blos in Anwendung bringtnm unsern Handel mit dem Leben besser abzuschlig-ßen, nichts Achtungwiirdiges sehen." In der Thatscheint jedoch Ruhe die ärmlichste von allen Selbst-täuschungen : mit dem Moment wo wir uns ansunser Selbst znrükziehen, stürzen all diejenigen Les-ben dieses Scibsts ans uns ei», welche» wir in denPlakereien der Welt entgehen, Wir werden Hypo-konder; selbst die hsiesüudheit wird zum peinliclvenBesizthum. Das Verlangen uns stets wol, zu befin-den (denn was ist eine Znrnkgezogcnheit ohne Ge-sundheit?) wird, so gros, daß wir fortwährendwähnen, krank zn sein, uns, gleich jenem Mann imZuschauer , täglich wagen und nur nach Grauenund Skrupeln leben. Zurükgczogeuheit ist nur fürden Dichter ein Glüh, denn für ihn ist sie keineEinsazukeit. Er sagt sich von einer Welt los um eineandere zn- gewinnen, und für ihn liegt keine Lange-weile in der Abgeschiedenheit: warum? nichtweil die Abgeschiedenheit ihm Rnhe,, sondern weilsie ihm Beschäftigung bringt. Mit Einei» Wort:Thätigkeit und Thattvssgkrit-haben dieselben Hebel,aber der Thätigkeit steht ein leichterer Weg dieserUebel los zu werden, oder ein edlerer Trost gegenihren Druk z» Gebot."