dies stand er in jenem Lebensalter, wo PhilosophenGegenstände unseres Interesses werden. Zuerst sindsic unsere Lehrer, nachher unsere Freunde, und nurWenige langen auf dem dritten Standpunkt an,wo man sie als — Täuscher erfindet. Die Holländersind ein seltsames Volk; ihre schöne Literatur ist ver-nachlässigt, aber sie hat in ihren Grundzügen etwasvon deutscher Ader: die Geduld, die Gelehr-samkeit, das Hervorheben der gemeinen Wirklichkeitund selbst einige Spuren jener Mischung deS Lau-nigen mit dem Schreklichcu, aus welcher der aus-gezeichnete Hang der Deutschen für das Groteskehervorzeht; — man sieht DieS an den holländischenMärchen und Geistergejchichten. Aber die Thätig-keit der Holländer hemmt den Sinn für daS Ro-mantische wieder, den die Unthätigkeit der Deut-schen nährt und pstegt.
Die Reisenden verweilten ein paar Tage in Rotter-dam und fuhren dann den Rhein hinauf nach G o r-kum. Die User waren flach und schal; nichtskonnte die Vorstellung von der ursprünglichen Maje-stät deS grosen Stroms weniger erregen, alS die-ser Theil seiner Bahn.
„Nie empfand ich früher," lispelte Gertrudzärtlich, „welcher Trost in Deiner Nähe liegt, dennhier bin ich endlich am Rhein, am blauen Rhein,und wie getäuscht würde ich mich suhle», wä-rest Dn nicht bei mir."
„DiiMNSt warten, meine Gertrud, bis wir