deren Unglük an eine so wolbckannte Saite in ihremHerzen schlug.
Ihr Vater war gestorben und nur die Mutterhatte sie in den Unbequemlichkeiten des Alters nochzn pflegen- Als sie eines Abends bei der Arbeit bei-sammen saßen, bob Madame Le Tiffeur nach eini-nigem Stillschweigen an:
„Ich wollte, liebe Lucilie, Dn kiestest Dich zurHeirat mit Justin bewegen; er liebt Dich von Her-zen, und eben jezt wo Du noch jung bist »nd vieleJahre vor Dir hast, solltest Du Dich erinnern, daßDu nach meinem Tod allein stehen wirst,"
„Höre aus, theuerste Mutter; zu heiraten ver-mag ich nie mehr, und was die Liebe anlangt, sokann ich — einmal durch die harte Schule gegangen,worin ich mich selbst kennen lernte — mich hierübernie wieder täuschen."
„Lucilie, Du kennst Dich selbst nichtnie wurbrein Mädchen geliebt, wenn Justin Dich nicht liebt;,und nie empfand ein Mann die Redlichkeit seinerLiebe mit mehr Wärme."
Dies war nicht unrichtig und galt fiiiait bloSin Bezug ans Justin; Luciliens bescheidene Tugen-den, ibrc freundliche Sinnesart und eine bewegliche,mädchenhafte Amnnth in all ihren Bewegungen hat-ten ihr so viele Siege eingetragen, als wäre sicschön gewesen. Allein mit Schauder hatte sie jedenHeiratsantrag znrukgewicsen, ohne daß sich auch