Druckschrift 
1 (1834)
Entstehung
Seite
73
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sollte, und vollends gar eine» jungen, reichen, hüb-schen Menschen, für welchen sie in Vergleichung mitLucilien weniger als nichts war, stach eine Eitelkeit,die bis dabin keine Wunde erhalten, ins innerste Mark.Gut," konnte sie mit bitterem Scherz sagen,daßLnciliens Liebhaber blind ist. Um das Eine zu wer-den, muß man nothwcndig das Andere sein !"

Während Lnciliens Abwesenbeit war sie bestän-dig in Madame Le Tisseurs Haus gewesen; inder That hatte sie Elftere hierum gebeten. Mit ei-ner Emsigkeit die sie selbst iu Erstannen sezt«, suchtesie die Stelle der Verlobten anszusüllen, und dasso seltsam widersprechende Menschenhcrz wollte, daß sieunter ihren Anstrengungen zu gefallen wirklich Liebezudem Gegenstand ihrer Anstrengungen gewann, we-nigstens so weit sic der Liebe überhaupt fähig war.

Gegen Lucilien faste sie einen wirklichen Haß;hartnäkig bildete sie sich ein, daß nur der Zufallder ersten Bekantschaft ibr eine Eroberung geraubt,womit, wie sie sich überredete, ibr Glük zusammen-hänge. Hätte St. Amand Lucilien nie geliebt undsich Julien angetragcn, so würde sie ihn seines Un-glükS halber troz Jngend und Reichthum abgewie-sen haben ; aber daß er Lnciliens Freund war undLucilie einen Sieg davon getragen hatte, gab ihmaugenbliklich einen Werth, der ihm sonst nicht zu-gekommen wäre. Sicher jedoch in seiner Bctrübnißblieb St. Amands Treue ungefährdet vor JuliensKünsten und Schönheit. Ja sie gefiel ihm weniger