Druckschrift 
1 (1834)
Entstehung
Seite
70
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Weisheit in Ehren standen, mehr, als der längsteBrief vom vornehmsten Sienr in Flandern.

Mit unterwürfigem und hoffiinngvollem Sinnwandte die funge Pilgerin Köln den Rücken undjezt, auf dem Heimweg zu St. Amand, fühlte sieweder die Sonucnhize noch die Rauhigkeit derStraße. Es war an einem Mittag, als sie wiederdurch Löwen zog und bald zu dem edel» Gebäudedes Stadthauses gelangte. Stolz stiegen seine zar-ten Spindeln gegen den Himmel und hell schien dieSonne ans seine gothische» Fenster und reichenSchenkelverzierungen. Die breite Straße fülltenPersonen von allen Ständen; nicht ohne einige Ver-schämtheit ließ Lncilic ihren Schleier fallen undmischte sich unter die Menge. Es war, wie derPriester gesagt, leicht Le Kains Haus ausznfinden.Eie bat den Diener seinem Herrn den Brief desPriesters zu überbringen, und durste nicht langwarten bis sie bei dem Arzt vorgelassen wurde. Erwar ein hagerer, langer Mann mit einer kahlenStirn und einem ruhigen, freundlichen Aussehen.Nicht weniger als den Priester rührte ihn die Art,wie sie ihre Geschichte erzälte, den Kummer ihresAngelobten und die Hoffnung beschrieb, die ihrdie eben zurükgelegte Pilgerfahrt eingeflöst.

Gut," sprach er ermuthigend,wir müssenunfern Patienten sehen. Sie können ihn zu mirhiehcr bringen?"