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stattete sie sich kaum Ruhe oder Nahrung. In derMittaghize beugte sie bisweilen ein wenig von derStraße ab und gab sich unter den breiten Linden-bänmen süßen und bitter» Gedanken hin; aber im-mer stieß sie ein ruheloser Drang wieder vorwärts,und schwach — müd — mit blutenden Füßen fuhrsie ans und sezte ihren Weg fort. Endlich erreichtesie die alte Stadt, wo eine heiligere Zeit aus denGewohnheiten und Gestalten der Menschen die Rö-merspur kaum verwischt hat. Sie warf sich vordemGrab der Wessen nieder; sie sandte ihr Heises aberLcmüthiges Gebet zn Dem, vor dessen Sohn dieseentfleischten (aber wenigstens dem Glauben erhal-tenen) Häupter sich vor beinah achtzehn Jahrhunder-ten anbcteud gebeugt hatten. Zweimal täglich fandsie sich eine ganze Woche lang an dem Ort ein undergoß sich in dieselbe» Bitten. Ein alter Priesterhatte beim Ab- und Zugang in der Kirche ihre ununter-brochene Andacht mit jener väterlichen Theilnahme be-merkt, welche die bessern Diener deS katholischen Be-kentuiffes (des Bekeutniffes, das die Erde mit Häu-ser» des Erbarmens bedekt hat) für Unglükliche fühlen.Als Lueilie am lezten Tag mit feuchten, niederge-schlagenen Augen sich entfernte, trat er auf sie zu,grüste und nahm das Vorrecht seines Standes inAnspruch, sich zn erkundigen ob La etwas sei, wo-rin sein Rath oder Beistand förderlich sein könnten.In der ehrwürdigen Miene des alten Mannes lagE Ermnthigung für die Gefragte; sie offnere ihm