die Ausströmungen des Herzens das Opfer welchesihm am besten gefällt? und war auch die Mitleri»des Kinds seine eigene Mutter: kann selbst eineMutter ihr Kind zärtlicher lieben, als ich Engenliebe? — Wenn aber Lucilie deine Bitte dir ge-währt wird, wenn er sein Gesicht wieder erlangt,so ist dein Zauber dahin; er wird dich nicht län-ger lieben. Gleichviel! scis drum — Hab ich danndoch wenigstens ihn glüklich gemacht!"
Dies waren die Gedanken, die Luciliens Seelefüllten; sie nährte sie bis sie zum Entschluß gedie-hen, und sie gelobte heimlich die Pilgerfahrt derLiebe zu tluin. Weder St. Amand, noch ihrenEltern sagte sie etwas von ihrer Absicht; sie kanntedie Hemnisse welche eine solche Anzeige hervornüfen wurde. Glüklicher Weise wohnte eine ihrerMuhmen in Brüssel, bei der sie jedes Jahr einenMonat auf Besuch zu sein pflegte und wohin siein der Regel auch das Ergebnis; ihres zwölfmonat-lichcn Flcisses mitnahm, das in Brüssel eherals in Mecheln seine Käufer sand. Bereitswaren sie und St. Amand verlobt; die Hochzeitsollte in Kurzem statt finden, und da die allgemeineLandessitte auch armen Eltern den ehrenvolle» Stolzemflöste, ihren Töchtern etwas zur Aussteuer mit-gcben zu wollen, ward es Lucilicn leicht, den Zwekihrer Reife unter dem Vorwand zu verbergen, ihreund ihrer Mutter Arbeit vom lezte» Jahr nachBrüssel zu bringen; der Verkauf schien hinreichend