scheu Lösung eines alltäglichen Mysteriums zu neh-men, war es nicht mehr als natürlich, daß einMensch in der verlassenen, uncrqniklichen Lage Eu-gen St. Amands eine gewisse Zärtlichkeit für einePerson fühlen mnste, die so grosmüthig für ihn ge-litten batte.
Die Finsternis;, zn welcher er verdammt mar,verschloß sein geistiges Ang nicht gegen vorüberhn-scheude Bilder frei erschaffener Schönheit; im Gege»-theil, in seiner fortwährenden, unbeschäftigten Eiir-samkeit empfand er mächtig die Träume einer vonNatur warmen Fantasie und eines nach Mitgefühlund Mittbeilung schmachtenden Herzens.
Mit Recht batte er geänssert, daß das einzigeProbezeichcn der Schönbeit für ihn in der Melodieder Stimme liege, und nie hatte ein sanfterer, odersein Innerstes mehr ergreifender Ton sein Ohrberübrt, als der des jungen Mädchens. Ihr das ei-gene Selbst so schön verleugnender, frommer Lie-besruf: „Gott sei Dank, Sie sind in Sicherheit!"i»; Angenblik wo der Schmerz sie selbst erfast hatte,klang fortwährend vor seiner Seele. Er gab sichunbestimmte» köstlichen Empfindungen, die bis jeztin seiner jungen Brust noch nicht erwacht waren , hin,ohne sich die Natur derselben zum klaren Bemustsein znbringen. Und Lncilie? — eben der Unfall der ihr um sei-netwillen zngestoßen, vermehrte nur die Theilnahme,die sie schon vorher für einen Menschen empsnnden,der in der ersten Jugendblüte von den Hellen Bildern