Ferne rollt
Der schnelle Rhein im Mondcnlichte hin,
Doch rauscht vor meines Geistes Ohr und AugDie Tanne, dran die blaue Woge schlage;
Durch Ryeingaus wcinbekränzte Tyäler schIch dunkle Bilder auf dem Strome gleiten,
Ich hör der Lurlei-Jungfrau Klage zuUnd wandlc still um Rolands alte Burg.
Gepränglos ist und einfach traurig wasAus wolverwahrten Angedenken, dieNicht klanglos sterben sollen, meine SeeleGewoben. — Sterben — nimmermehr! die FlutyDie des Gedankens Strom aus seinen -höhlen-hervortreibt an das Licht — und flöse sieBis zu der Erde lcztem Tag — kann nieDies Schmerzensangedenken überdauern.
Sind unsre Seelen frei von Sterblichkeit,
So trage ich in meiner Jugend GruftGedanken die entsprossen sind der Seele,
Und wenn Verwesung fodert ihre HabeMit jener siegreich steigen aus dem Grabe.
XI.
Gepränglos ist was ich crzäl und nimmerWürd es das Ohr gemeinerm ErdentonEntloken, lieh die Helle FantasieNicht ihre Rcgenbogcnbilder, gäbeDes Ideales Färbung der Geschichte.
Von einem schönen Mädchen bringt sie Kunde,Durch dessen jungen Mai der Sturm gebraust,Und als er rasch mit dieser zarten BlüteDer Hoffnung Knospen einem Herz gcknikt.
Es einsam liest im weiten Grab der Welt