Druckschrift 
7 (1836)
Entstehung
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für uns ist? Lag er nicht in dcr cinfachcn Anwen-dung dcS uns geliehenen Urthcilvcrmögcns? War ernicht einerlei mit dcr Ucbnng unserer Vernunft?Vernunft!" rief ein Zelot,ein verderbliches, has-senSwcrthcs Werkzeug, voller Gefahr für Dich undAndere: Laß Dirü nicht cinkommcn, ein so trügeri-sches , verderbliches Instrument auch nur einen Augen-blick zu gebrauchen." Aber ich hörte nicht auf denZeloten. Konnte die ruhige, Helle Fackel, die selbstals dcr Stern von Bethlehem sein göttliches Lichtnoch zuriickhielt, einige geduldige, uncrmiidbare Wan-derer bis zum Thron der Tugend geführt hatte,konnte sic ein täuschendes Meteor für Den sc-n, dcrsie zum Beistand der Religion und für eineewige Sache anstecktc ? Konnte cs gefährlich seyn,unsere Vernunft selbst in der weitesten Ausdehnungzur Erforschung des wahren Nutzens und dcr vcrbor«gencn Weisheit von Gottes Werken anzuwcnden,wenn Gott selbst angcordnct hat, daß wir einzig da«durch, daß wir diese Vernunft denn doch in einigeAnwendung bringen, sein eigenes Dascyn, sep esaus der Natur oder aus dcr Offenbarung, zu ersah-ren im Stand sind.Aber," rief dcr Zelot vonNeuem,aber bloß sterbliches Wissen führt denMenschen zur Anmaßung, und Anmaßung zum Zweifel.Verzeihung," cntgegnete ich,nicht daü Wissen,sondern die Unwissenheit führt den Menschen zur An-maßung; das Genie mag bisweilen zu viel Ver-trauen in sich haben, aber nichts ist schüchterner in