Druckschrift 
7 (1836)
Entstehung
Seite
48
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Diejenigen, die am eifrigsten Gottes Geboten nach,strebten, am öftesten gegen deren Geist gesündigt,und war nicht der Eifer häufig dann am glühendsten,wenn die Verbrechen in ihrer vollsten Bluthc stan-den*)? Wie aber, wenn weder aufrichtige Absicht,»och angelegener Eifer hinrcichcn um das Gute hcr-vorznrufcn, wenn das Herz der Bestimmenden Fre-vel auShecktc, die, je versteckter, um so gefährlicherwaren, was folgte daraus? Daß sic die Religion,welche sic bekannten, glaubten und anbetctcn, auchmißverstanden, und daß sie die Lehren, welcheder heil. Schrift entnommen werden können, durchUnwissenheit verdunkelt oder durch Leidenschaften vcr-

*) Kein Zweifel, daß Die, welche die Albigenservertrieben, die Inquisition einführten, die Feuerin Smithfield anzündeten, nicht vom WunschBöses, sondern so ungeheuer ibr Mißverständ-nis! auch scheint vom Wunsch Gutes zu thun,nicht vom Wunsch dem Willen des Allmächtigenentgegen zu handeln, sondern denselben zu för-dern, getrieben wurden, so daß eine gute Ab-sicht ohne die Erleuchtung der Vernunft, die z»einem passende» Ziel leitet, dem menschlichen Wohlso schädlich seyn kann, als die feindseligste Gesin-nung. Berichtet man doch von einem ganzenVolk, das jede» Fremden crmorderte, nicht ausBlutgier oder Habsucht, sondern ans dem reinen,preiswürdigen Beweggrund die guten Eigen-schaften zu bekommen, die, dem allgemeinenGlauben nach, durch den Mord von dem Verstor-benen aus die Mörder übergingen.