Druckschrift 
7 (1836)
Entstehung
Seite
42
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Unser erster Lebensabschnitt steht unter demEinfluß der Urcinpfindungcn. Es ist uns etwas an-genehm, und wir lachen: es thut uns etwas weh,und wir weinen: wir geben unser» kleinen AffektenStimme im Augenblick wo sie erregt werden, undwir haben so viel Neues wahrzunchmcn, daßuns nur wenig Zeit zur Reflexion bleibt. Nach undnach lehrt uns die Furcht unsere Empfindungen imZaum halten. Wenn uns etwas mißfällt, so suchenwir unser Mißfallen an dem Gegenstand zu rächenund werden bestraft; wir finden daß das Uebcrmaaßunserer Freude, unseres Schmerzes, unseres Zornesfür gleich fehlerhaft erachtet und in die gehörigenSchranken zurückgedrängt wird. Aus dieser unS ent-gcgcntrctcndcn Härte geht sodann unsere Bekanntschaftmit der Täuschung hervor: die Zusage, die uns ge-macht ward, wird nicht erfüllt, die Drohung nichtvollzogen, die Furcht lügenhaft erregt und die Hof.nung absichtlich getäuscht; wir sind von überlegtemBetrug umgeben, und wir saugen das ansteckendeGift ein."

Gcnöthigt die Gedanken, die wir haben, zuverschweigen, fangen wir bald an solche die wir nichthaben zu erkünsteln: so früh lernen wir die beidenHauptaufgaben, zuverheimlichen" und zuHeu-chcln," daß unser Gcdächtniß uns über diese Periode

len; aber ich denke es steckt eine Moraldarin."