Druckschrift 
7 (1836)
Entstehung
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zeugen suche, und endlich zu der uncrmatibarcn Nei-gung meine Zuflucht nehme, die er für mich zu fühlenbehauptet. Allerdings hat er dreimal eine abschlägigeAntwort erhalten; allerdings Hab' ich ihm gesagt, ichvermöge ihn nicht zu lieben; Hab' ihm sogar meinefrühere Liebe zu einem Andern gestanden, und den-noch setzt er seine Bewerbung fort und lange Hoff-nung hat ihn endlich zum Erfolg geführt. Aber oftmöchte ich fast glauben, er hcirathc mich eher ausHaß, als aus Liebe, so erkünstelt ist die Weichheitseiner Stimme, so bedeutsam lauert etwas im Hinter-halt seines Auges, und in Momenten, wo er sichunbemerkt von mir glaubte, habe ich bei einem plötz-lichen Blick auf ihn einen so unheimlichen, düstcrnAusdruck in seinen Zügen wahrgenommen, daß mirdas Herz vor Angst hätte ersterben mögen.

Wäre die Mutter nur etwas minder gütig, derVater nur etwas minder drängend gewesen, so glaub'ich, oder vielmehr so weiß ich, daß ich nie einen Sieg,wie eine solche Einwilligung, über mich errungenhaben würde. Doch genug hievon. Ich hätte nichtgeglaubt, daß ich so lang und so thörigt über diesenGegenstand mich verbreiten würde; aber wir sindKinder und Mädchen zusammen gewesen und habeneinander mit solcher Zärtlichkeit und Rückhaltlosigkeitgeliebt, daß Dir mein Herz eröffnen für mich nurein anderer Ausdruck statt laut denken zu scyn scheint.

In zwei Monaten jedoch werde ich selbst zu Ge-danken kein Recht mehr haben; vielleicht darf ich