Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
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Alles opfern würden, wenn ihnen dieses Weib schonohne Opfer znfiele. In der That ist strenge Ehregegen die Frauen eine so leicht zn erschütternde Tu-gend, daß wir selbst von Mordannt nicht behauptenmöchten, daß ihn unter den großen Versuchungendenen er ansgesetzt war, jene Tugend völlig rein er-halten haben würde, wäre ihm nicht die erhabeneNatur seiner Liebe zu Hilfe gekommen.

Wir wünschen einen großen, nicht einen vollkom-menen Menschen zu zeichnen, und obwohl nicht eigent-lich Mann von Welt hatte Mordannt doch zu vielVerkehr mit derselben gehabt, um nicht einigerma-ßen von ihrer Gewohnheit und Denkweise angestecktzn seyn. Ueberdies war er sehr stolz und mehr eingemüthliches Hinschleudern, als geradezu sein Ge-schmack, machten ihm Wohlleben und Aufwand werth.Vermögen war daher in seinen Augen ein Gut, daser nicht mit Geringschätzung betrachten oder ohneKampf aufgeben konnte. Dazu kam noch eine feurigeRühmliche ein Verlangen nach Macht jeneMacht wodurch der Mensch Gott ähnlich wird derMacht auf umfassende, dauernde Weise Gutes zuthun, und so war es denn keineswegs Blindheit oderGlut der Leidenschaft, oder Unempfänglichkeit für dieAussichten, die Hoffnungen, auf welche er in Folgeseiner Wahl verzichten mußte, was ihm zu Hilfe kam,als er um Jsabellens Hand warb, ihre großmüthigenEinwürfe und selbstverleugnenden Entschlüsse allgemachentkräftete und in seiner Beredsamkeit, seiner Bewer-bung nicht nachlicß, bis der Tag der Trauung wirk-lich festgesetzt wurde und kam.

Heil und klar stieg der Morgen auf; der Herbstneigte sich seinem Ende z'u und schien dem Andenkenau seine letzten Tage eher die Wärme und Milde desSommers als die Strenge und Düsterkeit seines kal-ten Nachfolgers verweben zu wollen.