drängt wurde; und ich sah daß Deine Wange blaßund abgemagert war, und daß der Wurm im Blu-menschoß bereits die Blüthe angefressen hatte."
„Glaubst Du ich hätte nach diesem Anblick nochzu schweigen oder Deinem Verlangen nachzukommenvermocht? Nein, Geliebte, nein! Ist nicht meinGluck Dein Zweck? ich bin eitel genug Dieß zu glau-ben, und bin nicht ich der beste Richter, wie diesesGluck gesichert werden könne? Ich sage Dir, ichsag es rnhig, kalt, leidenschaftlos - nicht auf An-trieb der Fantasie, ja nicht einmal des Herzens,sondern ans reiner Ueberzeugung der Vernunft, —daß ich alles Andere eher zu vertragen vermag, alsDeinen Verlust, und daß wenn das Gift meinerLiebe Dir einen Schaden znfügt und den Untergangbereitet, ich mich als Deinen Mörder ansehen undverfluchen werde! Rette mich von diesem Gipfeldes Elends, meine — ja meine Isabelle! Ich werdemorgen Mittag bei dem Wäldchen sein, wo wir sonstso oft zusammentrafen. Du wirst zu mir kommen,und kann ich Dich nicht überzeugen, so verlangich nicht Dich zu überreden."
„A. M."
Isabelle las den Brief und legte ihn an ihrHerz und fühlte sich minder unglücklich als seit Mo-naten; denn weinte sie auch, so lag doch etwasSüßes in Thränen, welche die Versicherung seinerLiebe und die Zärtlichkeit seiner Gegenvorstellungenhervorgerufen. Sie kam mit ihm zusammen, — wie