Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
156
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was ihm ein Wiedcrcrkcnnen möglich gemachthatte."

Und ich hatte Recht. Die ursprünglich kleine»und zarten Linien waren drcit und vorspringcndgeworden. De» langen Lokcn meiner Jugend (dennnur bet besonders feierlichen Gelegenheiten fügtesich die Eitelkeit meiner jünger» Jahre der Sittedes Tages) waren kurze, krause Ringeln gefolgt;die bald bleiche, bald hochrothe Farbe, welche vondichterischen Träumen über meine Wange ausgc-gosscn wurde, harte sich in das wechscllvse Braun derMannheit verfestiget; die glatte Lippe und dasungeschorene Kinn waren mit dichtem Haar über-wachsen; die einst furchenlosc Stirn zog sich inder Regel gedankenvoll zusammen und der feurige,unruhige Ausdruk des Jünglings war dem nüchter-nen, unbewegten Gesicht eines Menschen gewichen,in welchem lange Gewohnheit jede äusserliche Nach-wirkung des Gefühls untcrdrükt und m-anigfache,wcchselvolle Ereignisse kein anderes Merkzeichenzurükgclasscn haben, als ununterbrochene, wennauch stille Entschlossenheit. Meine Gestalt, einstbeinah von weiblicher Schlankheit, war gedrungenund muskulös geworden, und nichts blieb zu-rük, woran meine eigne Mutter unter dem frem-den Aussehen, der ruhigen Stirn, den stämmigenFormen die schmächtige Figur und das veränderli-che Antliz des Knaben, den sie zulezt gesehen,wieder hätte erkennen mögen. Selbst die Schalk-