Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
155
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ich legte mich nicht zu Nnhe: eine unabwendbareAhnung, wie ichs eher nennen möchte als Vcrmu-thnng, daß die abgcwclkte, verwüstete Gestalt,auf die ich gestoßen, eine Person berge, die ichseit Jahren nicht gesehen und nicht mehr auf Er-den geglaubt, dnrchdrang mich mit wilden Schaudern.

Kann cs kann es sein?" dacht' ich.Kann der Gram zu einer Verzweiflung, die Erin-nerung zu einer Todesqual steigen, die fähig sind,so furchtbaren Wechsel hcrvorzubringcn? Undmuste unter allen menschlichen Wesen gerad die-ses hiezu auserlesen werden, dieses, in welchemLeidenschaft und Sünde, wenn sie je in ihm vor-handen waren, schon im ersten Keimen abgekniktund jeden Fruchttricbs beraubt wurden? Zudem,wenn ein eingeborener Instinkt, beinah im Wider-spruch mit Aug und Sinn, in dieser verändertenBildung die Spur zu einem graslichcn Wicderfin-dcn cntdckt hätte, würde nicht sein eignes Ge-dächtnis; noch getreuer gewesen sein, als das mei-nige? Bin ich selbst so ganz anders geworden,daß er mir hätte so aufmerksam ins Gesicht schauenkönnen, ohne etwas Anderes als die Llniamcnteeines Fremden darin zu bemerken?"

Ergriffen von diesem Gedanken stellte ich dasLicht neben den kleinen Spiegel, der das Zimmerschmükle. Im Hinbliken rief ich mir meine Züge,wie sic in frühester Jugend gewesen, zurük.Ach,"sprach ich mit einem Seufzer,hier! ist freilich nichts,