trat ein paar Schritte näher, und bemerkte jcztdas Profil deutlicher, als zuvor. Es war marmor-weiß; die Züge, vbwvl durch Krankheit geschärftund ahgcmagcrt, von ausgezeichneter Schönheit;das ausnehmend lange, fast fraucnartige Haarhing in kohlschwarzen Lvkcn zu beiden Seitenherab; der Mund schloß sich fest zu, und tiefe Li-nien oder vielmehr Furchen zogen von seinen 'Win-keln zur Nase hinauf. Der Bart, eben so schwarzwie das Haupthaar, erschien wirr und vernachläs-sigt. aber nicht sehr lang; die eine Hand, die ansdem dunkeln Gewand lag, war so dünn und bleich,daß man hätte glauben mögen, das Sternenlichtkönne durchscheincn. Ich zweifelte nicht, daß ichden Klausner vor mir sehe; näher tretend redeteich ihn also an:
,,Eucrn Segen, heiliger Vater, und Eure Er-laubnis , von dem heilenden Wasser Eures Brun-nens trinken zu dürfen."
So jählings ich hervvrtrat und so unver-muthet meine Stimme kam, gab doch keine auf-fahrende Bewegung des Einsiedlers irgend einErstaunen zu erkennen. Sehr langsam kehrte ersich um, warf einen glcichgiltigcn Blik auf mich,und sagte mit zarter, ganz leiser Stimme:
„Empfange meinen Segen, Fremdling. Dortin dem Beken ist Wasser; trink und werde gesund."
Ich tauchte den Becher in das Beken undnippte. Im Accent und Ton des Fremden erkan-