Sr
groses Glas nnvermischtcn Brantwein. Nichts inder Wett ist mir so vcrhast als dieses Gerräuk.Glcichwol schlang ich cs hinab als war cs Nektargewesen, und warf einige schone Worte über dieGabe hin, welche die gute Czarin nicht vollkom-men zu verstehen schien. Nach ein paar vorläufi-gen Bemerkungen ging ich sofort zu meinem Haupt-geschäft beim Czar über. Die Kaiserin saß etwasentfernt, horte aber mir augenscheinlicher Auf-merksamkeit auf das Gespräch. Der auffallend schar-fe und kräftige Verstand meines kaiserlichen Wir-thes ergriff mich unwiderstehlich. Da war keineHoffnung, ihn durch diplomatische Winkelzüge zutauschen oder zu mislcitcn. Der einzige Weg,auf welchem dieser wunderbare Mann je misleitetwurde, waren seine eigenen Leidenschaften. Sei-ne Vernunft besiegte alle Fehler, nur nicht diedes Temperaments. So künstlich als mirs mög-lich , lenkte ich die Unterredung auf Schweden undKarl XIl. Haß gegen die eine Macht, dacht' ich,erzeugt vielleicht Liebe gegen eine andere; undwenn dies der Fall ist, so wird das Erzeugniß voneinem sehr kräftigen Vater stammen. Währendich nock an diesem Gegenstand war, bemerkte ich,daß gräsliche Konvulsionen über das Gesicht desAufhorchenden kamen —, so gräsliche, daß ich un-willkürlich den Blik abwandte. Das war einGlük für mich. Nichts brachte den Czar so inWuth, als wenn er während dleser Gcsichtsverzer-