Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
22
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war, und was man als Inkonsequenz der leiten-den Idee bezeichncte, war in Wahrheit nur Wech-sel der Leidenschaft. *) Ich habe daher gutenGrund Sie zu warnen, Ihre Untcrthancn nicht zuIhren Beherrschern werden zu taffen; und glau-ben Sie mir, keine Erfahrung ist so tief, als die-

Ich glaube daß dies der wahre, wenn auch viel-leicht neue Gesichtspunkt ist, unter welchem LordBolingbrokis Leven und Karakter aufgefast wer-den müssen. Dieselben Schriftsteller die uns vonseinen zügellosen Leidenschaften erzälen, füge»seinem Namen stets die Beiworle ,,der ränkevolle"der listige, "der verschmizte " u. s. w. bei.Nun wag ich aber diesen Geschichtschreibern zusagen, daß, wenn sie statt Parteischriften dieMenschennatur studirt hatten, sie gefunden habenwürden, daß e« gewisse unverträgliche Eigenschaf-ten givt, die nie in demselben Karakter zugleichVorkommen können daß Niemand heftige Lei-denschaften, welchen er sich in der Regelganz hingibt, haben, und zugleich systematischverschmizt und ränkevoll sein kann. Niemandkann zugleich ganz heis und ganz kalt sein; aberentgcgengesezte Ursachen bringen nicht selten glei-che Wirkungen hervor. Leidenschaft macht in derRegel veränderlich, zuweilen hat auch Vcrschmizt»heit diese Folge: datier das Misverstänoniß un-l genauer oder schaler Autoren; und daher werden,so lang cm A. schreibt und ei» B. zusammen-trägt, die Karaktcre groser Männer unvegriffenuns entstellt der Nachwelt überliefert.

:Der Herausgeber.