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Vargravc Thür sich sachtc öffnete. Die Lady selbstkniete zu Füßen ihres Bettes; das Mondlicht schiendurch die nur halb zugczogcncn Fcnstcrvorhänge; undin seinem Strahl erschienen ihre blassen, ruhigen Zügenoch blässer und sanfter als gewöhnlich.
Evelinc, denn sie war die Eintrctendc, blieb aufder Schwelle stehen, bis ihre Mutter von ihrer An-dachtsübuug sich erhoben hatte, und dann warf sic sichan der Lady Vargrave Brust, schluchzend, als ob ihrHerz brechen wollte — in ihr waren die heftigen, cdeln,unwiderstehlichen Aufwallungen und Empfindungen derJugend lebendig. Lady Vargravc hatte sic einst viel-leicht auch gekannt; wenigstens konnte sie fetzt sic ver-stehen und mitfüblcn.
Sic preßte ihr Kind an ihre Brust — sic strichihre Haare zurück, küßte sic zärtlich und redete ihrtröstend zu.
„Mutter," schluchzte Evcline, „ich konnte nichtschlafen — ich konnte nicht ruhen. Segne mich nocheinmal — küsse mich noch einmal; — sage mir, daßdu mich liebst — du kannst mich nicht so lieben, wieich dich; aber sage mir, daß ich dir thcuer bin — daßdu dich nach mir sehnen wirst — aber nicht allzusehr— sage mir" — hier stockte Evcline und konnte nichtmehr.
„Meine gute, meine holde Evcline," sagte LadyVargravc, „kein Wesen ist auf Erden, das ich liebte,wie Dich. Bilde Dir nicht ein, daß ich undankbar sey!"
„Wie kannst Du sagen undankbar? — Dein Kind
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