90
sic außerordentlich; und der Rath in Betreff andererund höherer Dinge, den jetzt der gute Mann einerSeele mitgab, welche in dieser Stunde so weich undsanft gestimmt war für religiöse Eindrücke, ward mitDankbarkeit und Ehrfurcht ausgenommen. Dann kamihr Gespräch auf Lady Vargravc, ein Beiden willkom-menes Thema. Der alte Mann war sehr gerührt überdes armen Mädchens sclbstvcrgcfscndc Bcsorgniß um ihrerMutter Bequemlichkeit, über ihre Sorge, sic möchtevon ihr vermißt werden bei den kleinen Liebesdienste»,welche nur die Aufmerksamkeit eines Kindes zu erzeigenim Stande ist; — er war beinahe noch mehr gerührt,als Evelinc mit nicht ebenso nnintcrcssirtcr Empfindungtrauernd hinzusctztc:
„Aber warum bilde ich mir eigentlich ein, ichwerde von ihr so vermißt werden? Ach, obgleich ichmir nicht mehr erlauben will, darüber zu klagen, em-pfinde ich cs dennoch, daß sic mich nicht so liebt, wieich sic."
„Evelinc," sagte der Geistliche mit mildem Vor-wurf,, „habe ich Ihnen nicht gesagt, daß Ihre Mutterschon viel Kummer und Sorgen erfahren hat? — undwenn schon der Kummer die Liebe nicht vernichten kann,schwächt er doch ihre» Ausdruck und beschränkt ihreäußern Zeichen."
Evelinc seufzte und sagte Nichts mehr.
Als der gute Alte und seine junge Freundin indas Landhaus znrückkchrtcn, näherte sich ihnen LordVargravc und Caroline, die von einer entgegengesetzten