„Ein gewöhnlicher Fall, aber ein seltenes Gc-standniß!"
„Ja; denn wenn ich einerseits die Jngend und dieäußern Vorzüge verlangte, welche dem Auge gefallen,so könnte ich doch mit noch innigerer Liebe lieben, waszu meiner Phantasie spräche: Geist — Genius —Ruhm. Ach! die haben eine ihnen inwohncnde un-sterbliche Jugend und unvergängliche Schönheit!"
„Sie sind ein sehr sonderbares Mädchen."
„Aber wir sind auch an einem sehr sonderbarenGegenstand — cs ist Alles ein Räthsel!" sagte Eveline,ihr kluges Köpfchen mit zierlicher Gravität, halb imSpaß, halb im Ernst, schüttelnd. „Ach, wenn LordVargravc Sic liebte — und Sic — oh, Sic wür-den ihn lieben, und dann wäre ich frei und so glücklich!"
Sie standen jetzt auf dem Rasenplatz, den Fensterndes Landhauses gegenüber; und Lumlcp, das Auge er-hebend von den Zeitungen, die eben angckommcn nndmit der hastigen Gier eines Politikers von ihm in Be-schlag genommen worden waren, sah sic in der Ent-fernung. Er warf die Zeitung weg, sann ein PaarAugenblicke nach, nahm dann seinen Hut und ging zuihnen; zuvor aber besah er noch sich selbst im Spiegel.„Ich sehe doch" noch erträglich jung aus," dachte er.
„Zwei Kirschen an Einem Stengel," sagte Lumleymunter; „im Vorbeigehen gesagt, es ist eben kein sehrverbindliches Gleichniß. Welche junge Dame sollte einerKirsche gleichen? — solch einer uninteressanten, ge-meinen Bcttclbubcn-Frucht! Ich meines ThcilS muß