Druckschrift 
5 (1838)
Entstehung
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aus ihrem eigenen Brief abnehmen, wie sehr sie er-schrocken ist über den Gedanken, daß Sie sie entdeckenkönnten. Sie hat endlich wieder den Frieden des Ge-miiths und Ruhe des Gewissens errungen. Sie bebtschaudernd zurück vor der Aussicht, je wieder zu begeg-nen einem ihr einst so thcucrn Manne, dessen Bildjetzt in ihrer Seele mit Erinnerungen von Schuld undGram vermählt ist. Noch mehr aber ist sie krankhaftbange vor dem Gefühl der Schaam, vor dem Schreckender Entdeckung. Wenn je ihre Tochter ihre Sündeerfahren sollte, cs wäre für sie ein Todesstoß. Unddoch, bei ihrem angegriffenen Gesundheitszustand, beiihren immer raschen und unbezähmbaren Gefühlen,würde sic, wenn Sie ihr begegneten, nichts verhüllen,nichts verstecken können. Der Schleier würde zerrissenwerden; das Gesinde in ihrem eigenen Haus würdedie Mähre erzählen, der Vorwitz sie ausbreitcn unddie Klatschsucht noch die Geschichte ihrer Jngendvcr-irrungcn schwärzen. Nein, Maltravcrs, warten Sicwenigstens noch eine Weile, bis Sic sie sehen; wartenSie, bi« ihr Geist sich vorbereitet hat zu einer solchenZusammenkunft, bis man einleitende Maßregeln treffenkann, bis Sie selbst in ruhigerer Gemüthsverfassungfind."

Maltravers heftete sein durchdringendes Auge aufLumlcp, während er so sprach, und hörte mit tieferAufmerksamkeit zu.

Es ist gleichgültig," sagte er nach langem Still-schweigen,ob dieß Ihre wirklichen Gründe sind, die