erhabeneren Tugenden zu verstehe». Ich werde das schönsteWeib in Europa heim bringen."
„Scyd ruhig! Was wollt Ihr beginnen?" sagteMer-vale, Glyndon fassend, als er ihn mit funkelnden Augennnd geballten Fäusten auf den Franzosen zugehen sah.
„Herr!" sagte Glyndon, zwischen den Zahnen mur-melnd, „Ihr wißt nicht, von Wem Ihr so sprecht. SeydIhr so keck, Euch cinzubilden, Viola Pisani werde Euchnehmen?"
„Nein, wenn sie einen bessern Antrag bekommenkonnte," sagte Mervale, an die Decke hinansschancnd.
„Einen bessern Antrag? Ihr versteht mich nicht,"sagte Nicot. „Ich, Jean Nicot, trage dem Mädchen dieEhe an; — ich will sic heirathen! Andere mögen ihrliberalere Anträge machen, aber Niemand, fürchte ich,einen so ehrenhaften. Ich allein erbarme mich ihrerfrcundloscn Lage. Zudem wird man, bei dem jetzt auf-dämmernden Stand der Dinge in Frankreich, immer imStande seyn, eines Weibes los zu werden, sobald manes wünscht. Wir werden neue Ehcscheidungsgesetze be-kommen. Bildet Ihr Euch ein, ein italienisches Mädchen— und in keinem Lande der Welt sind, wie es scheint, dieMädchen keuscher, (obwohl die Weiber sich mit philoso-phischeren Tugenden trösten mögen) — würde die Handeines Künstlers ausschlagcn, den Anerbietungen eines sieunterhaltenden Fürsten znlicb? Nein, ich denke besser vonder Pisani als Ihr! Ich werde eilen, mich ihr vorzu-stellen."