Gesicht, und in seiner Stimme lag Etwas, das das warme'Blut seines Zuhörers gefrieren machte,
„Was ist das Geheimnis!, das Euch umgibt?" ricsGlhndon, unfähig eine Bewegung zu unterdrücken, „SeydIhr wirklich ein nun andern Menschen verschiedenes We-sen? Habt Ihr die Grenze erlaubter Wissenschaft über-schritten? Send Ihr, wie Einige behaupten, ein Zaubereroder nur ein —"
„Still!" unterbrach ihn Zanoni sanft und mit einemcigcuthümlichen, aber melancholisch milden hächeln : „habtIhr Euch das Recht erworben, mir solche Fragen vorzu-legen? Obgleich Italien sich noch einer Jngnisition rühmt,ist doch ihre Macht eingeschrnmpst wie ein Blatt, das dererste Wind hernnterwcht. Die Zeiten der Tortur undVerfolgung sind vorüber; und cs kann Einer leben, wieeS ihm gefällt, und schwatzen was ihm beliebt, ohneFurcht vor dem Pfahl und der Folter, Da ich der Ver-folgung trotzen kann. müßt Ihr mir verzeihen, wenn ichder Ncngier nicht nachgcbe,"
Glvndon erröthetc und stand ans. Trotz seiner hiebezu Viola nni> seiner natürlichen Furcht vor einem solchenNebenbuhler, fühlte er sich doch unwiderstehlich zu ebendem Manne hingezogen, den er zu beargwöhnen und zufürchten am meisten Ursache hatte. Er bot Zanoni dieHand dar mit den Worten : „Gut denn , wen» wir Rivalesepn sollen, so müssen unsere Degen unsere Rechte ent-scheiden : bis dahin wünschte ich, daß wir Freunde blieben,"
„Freunde! Ihr wißt nicht, was Ihr verlangt!»