so
sterte. Zanoni horchte und betrachtete sic mit aufmerk-samem Blick, aber kein Beifallsrufkam über seinen Mund;kein wechselnder Ausdruck seiner kalten und halb verach-tenden Miene vcrrieth eine innere Bewegung. Mola,welche als eine ohne Erwiederung Liebende auftrat, fühltenie so lebhaft und scharf die Rolle, die sie zu spielen hatte.Ihre Thränen waren wahr; — ihre Leidenschaft warNatur, es war beinahe zu schrecklich zum Anschauen.Sie ward erschöpft und bewußtlos von der Bühne getra-gen; unter solch einem Sturm von bewunderndem Ent-zücken, wie nur das Publikum ans dem Cvntinent ihn er-heben kann. Die Menge stand auf - - Taschentücherwehten — Gnirlanden und Blumen flogen auf die Bühne— Männer wischten sich die Augen und Frauen schluchz-ten laut.
„BeimHimmel!" sagte ein Neapolitaner von hohemRang, „sie hat mich entflammt, daß ich cs nicht mehr er-tragen kann. Heute Nacht, heute Nacht noch soll sie meinseyn! Ihr habt Alles vorgesehen, Mascari?"
„Alles, Signor. Und falls dieser junge Engländersie heim begleiten sollte?"
„Der anmaßende Barbare! In jedem Falle laßtihn bluten für seine Thorheit. Ich will keinen Neben-buhler haben."
„Aber ein Engländer! Es werden immer Nachfor-schungen angestellt nach den Leichnamen von Engländern."
„Narr! ist nicht die See tief genug, oder die Erdenicht verschwiegen genug, um darin Einen todten Man»