Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
28
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Glyndon war etwas empfindlich über diese Worte,obgleich !n dem Tone, womit fic gesprochen wurden, keineVerachtung lag,

Ich sehe, Ihr achtet mich Eurer Freundschaft nichtWürdig, Sey eS so! Guten Tag!" Zanoni erwiedertekalt den Gruß, und kehrte, während der Engländer seinesWeges ritt, zu seiner botanischen Beschäftigung zurück.

In derselben Nacht ging Glyndon, wie gewöhnlich,ins Theater. Er stand hinter den Couliffen, Viola betrach-tend, welche in einer ihrer glänzendsten Nöllen auf derBühne stand; das Hans ertönte vonBcifallSbczengungen.Glyndon war ganz außer sich in der Leidenschaft und tmStolz eines jungen Mannes.Ließ herrliche Geschöpf,"dachte er,kann noch die Metnige werden!"

Während er so ln wonnevolle Träumerei versunkenwar, fühlte er eine leise Berührung seiner Schulter; erwandte sich um und erblickte Zanoni.Ihr seyd in Ge-fahr," sagte derLetztere.Geht heute Nacht nicht zu Fußnach Haus, oder doch nicht allein."

Ehe Glyndon -sich von seiner Ueberraschung erholthatte, verschwand Zanoni; und als der Engländer ihnwieder sah, befand er sich in der Loge eines Neapolitani-schen Edelmanns, wohin ihm Glyndon nicht folgen konnte.

Viola verließ jetzt die Bühne, und Glyndon redetesie mit ungewöhnlich warmer Galanterie an. Viola aber,ganz ihrer gewohnten Sanftheit entgegen, wandte sichmit sichtlicher Ungeduld von der Begrüßung ihres Anbe-ters ab. Sie nahm Gianetta, die sie beständig ins Thea-