Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
108
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Du» aus deu Fclscnspalten cmporgewachsen, aber sichbnrchdrängend zum Licht wie durch allen Kummer undSorgen, so lange noch die Jahreszeiten das Grün und dieBlüthe der Jugend erneuern können, derJnstinctdesMcn-schenherzens sich durchkämpft! Nur wenn der Saft vertrock-net ist, nur wenn das Alter kommt, scheint die Sonnevergeblich für den Menschen und für den Baum.

Wochen und Monate viele und traurige Monate verstrichen wieder, und Neapel will nicht länger dul-den, daß sein Abgott sich der Huldigung in Abgeschlossen-heit entziehe. Die Welt zerrt uns immer mit tausendArmen von uns selbst zurück, lind wieder ertönt Viola'sStimme auf der Bühne, welche mystisch treu dem Leben,in Nichts ihm treuer und ähnlicher ist als darin, daß auchder Schein es ist, der die Scene füllt; und wir haltenuns nicht auf bei der Frage: von welcher Realität erder Vertreter ist. Wenn der Schauspieler von Athen alleHerzen erschütterte, als er die Bcgräbnißurne umschlangund in gebrochenes Schluchzen ansbrach, wie Wenigewußten da, daß er die Asche seines eigenen Sohnes inHänden hatte! Gold wie Ruhm strömte der jungen Schau-spielerin zu; aber sie blieb noch immer ihrer einfachenLebensweise, ihrer bescheidenen Wohnung getreu und be-hielt ihre einzige Dienerin, deren Fehler, so selbstsüchtigsie war, Viola in ihrer Unerfahrenheit noch nicht erkannte.Und Manetta war es, die sie zuerst nach ihrer Geburt inihres Vaters Arme gelegt hatte! Sie war umstellt vonallen Schlingen, umworben von jeder Lockung, die ihrer