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„Ihr denkt an Priestertücke, nicht an Philosophie,Eazotte," sagte Champfort. * „Und was ist's mit mir?"
„Ihr werdet Ench selbst die Adern öffnen, um derBrüderschaft Cains zn entgehen. Beruhigt Euch; dieletzten Tropfen werden nicht dem Schnitte des Rasier-messers folgen. Für Euch, ehrwürdiger Malesherbes —für Euch, Aimar Nicolai — für Euch, gelehrter Baillp— sehe ich sie das Schaffst auffchlagen. Und diese ganzeZeit über, o Ihr großen Philosophen, werden Eure Mör-der kein anderes Wort als Philosophie im Munde führen!"
Die Stille war tief und allgemein, als der ZöglingVoltaire's, — der Fürst der akademischen Skeptiker, derheiße La Harpe, mit sarkastischem Lachen rief: „Schmei-chelt mir nicht, o Prophet, durch eine Ausnahme von demSchicksal meiner Genossen. Soll ich keine Rolle zn spie-len haben in diesem Drama Eurer Phantasie?"
Bei dieser Frage verlor Cazotte's Angesicht seinenunnatürlich finstern und unheimlichen Ausdruck; der ihmso gewohnte sardonische Humor kehrte darauf zurück undspielte in seinen aufglänzenden Augen.
* Champfort, einer der Männer der Literatur, die, obwohl ver-führt durch den ersten glänzenden Schein der Revolution, sichdoch weigerten , de» schlimmeren Männern der That bei ihren.entsetzlichen Ausschweifungen zu folgen, hat noch die mörde-rische Philanthropie ihrer Werkzeuge und Beförderer mit dembesten Witzwort jener Zeit bezeichnet. Als er an den Mauernden Anschlag las: „krutoriiitö mi la mort!" bemerkte er, die-se» Satz müsse man so umschreiben: „8vi i»on ki brv, »u jolo tue."