der hochmüthigste Adelige schwatzten von Gleichheit undflüsterten von Aufklärung.
Unter den merkwürdigere» Gästen war Condorcet,damals in der Blüthe seines Rufes, der Korrespondentdes Königs von Preußen, der Vertraute Voltaires, Mit-glied der Hälfte der Akademieen Europa's, edel von Ge-burt, fein und vornehm in seinen Sitten, Republikanernach seinen Meinungen. Da war auch der ehrwürdigeMalesherbes, „die Liebe und das Entzücken der Na-tion."* Da war Jean Silvain Bailly, der talentvolleGelehrte, der hochsinnige Politiker. Es war eines jenerpetits songors, wegen welcher die Hauptstadt aller ge-selligen Genüsse so bcrühmt'war. Die Unterhaltung, wieman sich denken kann, betraf literarische und intellektuelleGegenstände, und war belebt durch anmnthigen Scherz.Manche von den Damen jenes alten und stolzen Adels —denn der Adel eristirte noch, obwohl seine Stunden schongezählt waren, — erhöhten.den Reiz der Gesellschaft, undvon ihnen gingen die kecksten Urtheile und oft die freisin-nigsten Ansichten aus.
Ein vergebliches Bemühen wäre cs von mir, einvergebliches Bestreben beinahe für die ernste englischeSprache, völlige Gerechtigkeit den schimmernden Para-doxen widerfahren zu lassen, welche von Mund zu Mundströmten. Das Lieblingsthema war der Vorzug des Mo-dernen vor dem Alten. Condorcet sprach über diesen Punktberedt und für Manche der Anwesenden wenigstens höchst* So genannt von feinem Biographen Gaillard.