Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
71
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An des Jahrhunderts Neige stand der Mensch , derreifste Sohn der Zeit," * wie am Todtenbette der altenWelt, und schaute die neue Scheibe, blutroth unter Wal-ken und Dunsten ungewiß, ob ein Komet oder eineSonne. Schau die eisige und tiefe Verachtung auf derStirne des Alten die erhabene, aber rührende Traurig-keit, welche das herrliche Angesicht Zanoni's nmwülkt.Ist es etwa, daß der Eine mit Verachtung, den Kampfund seinen Ausgang betrachtet, und der Andere mitSchauer oder Mitleid? Weisheit, in der Betrachtung derMenschheit, führt nur zu zwei Resultaten: Mitleid oderVerachtung. Wer an andere Welten glaubt, kann sich ge-wöhnen, diese so anzusehen, wie der Naturforscher dieVeränderungen, die mit einem Ameisenhaufen oder BlatteVorgehen. Was ist die Erde gegen die Unendlichkeitwas eine Zeitfrist gegen die Ewigkeit! O! wie viel grö-ßer ist die Seele Eines Menschen, als die Wechsel undSchicksale des ganzen Erdballs! Kind des Himmels undErbe der Unsterblichkeit, wie wirst du dereinst von einemandern Stern zurück schauen auf den Ameisenhügel undseine Erschütterungen, von Chlodwig bis aufNvbeSpierre,von Noah bis auf das Feuer des Weltendes! Die derBetrachtung fähige, nur im Geistigen lebende Seele kannzu ihrem Sterne sich erheben mitten aus der Gräberstätte,Erde genannt, und während noch der Sarkophag, Lebengenannt, tu seinem Lehm das Ewige umschlossen hält!

* Schiller, die Künstler.