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konnte das Barbiton niit all seiner Beredsamkeit nichtdeutlich ansdrücken — was die Oper sey nnd was dieRolle? Ilnd Viola antwortete eben so ernst, daß sie demCardinal ihr Wort gegeben, es nicht zu perrathen. Pisanisagte nichts, aber verschwand mit seiner Violine, und als-bald hörten sie den Hausgeist vom Dach des Hauses (wo-hin der Musiker in der schlimmsten Laune manchmalfloh,) winseln und seufzen, als wäre ihm das Herz ge-brochen.
Die zärtlichen Gefühle Pisani's waren äußerlichwenig sichtbar. Er war keiner von jenen zärtlichen lieb-kosenden Vätern, deren Kinder immer um ihre Knieeherum spielen; sein Geist nnd seine Seele waren so ganzbei seiner Kunst, daß das häusliche Leben ihm dahin-glitt, anscheinend als wenn dieses ein Traum und dieKunst die wcsenhafte Form und Leiblichkeit des Dasepnswäre. Personen, die ein abstraktes Studium treiben, sindoft so; die Mathematiker sind hierin sprüchwörllich ge-worden. Als zu dem berühmten französischen Philosophensein Diener gerannt kam nnd schrie: „das Haus steht inFlammen, Herr!" sagte der weise Mann, indem er sichwieder zu seinen Problemen hinsetzte: „So geh und sages meiner Frau, Du Narr! mische ich mich denn je inhäusliche Angelegenheiten?" Aber was ist Mathematikgegen Musik — Musik, die nicht nur Opern komponirt,sondern auf dem Barbiton spielt! Wißt Ihr, was der be-rühmte Giardini sagte, als der Anfänger ihn fragte, wieviel Zeit er brauchen würde, das Violinspieler« zu lernen?